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Vorwort Herbst / Winter 2016

"In Schwarz-Weiß oder in Farbe?" - das war noch vor wenigen Jahrzehnten die Standardrückfrage gewesen, wenn Sie einen Film entwickeln oder Bilder nachbestellen wollten. Farbige Bilder hatten damals ja noch den Hauch von echten Luxus, denn sie waren deutlich teurer gewesen und benötigten deshalb auch eine bewusste Entscheidung dafür.

Heutzutage ist das gar kein Gedanke mehr, ja, eine solche Nachfrage würde einem eher schon ein bisschen seltsam vorkommen, weil "Farbig" längst nun die Regel ist. Nur wer heutzutage ganz bewusst auf starke Kontraste oder  Nostalgie-Stimmung setzen will, der wird sich noch Bilder in Schwarz-Weiß bestellen oder sich mit dem heimischen Drucker ausdrucken.

Doch ist dadurch unsere Welt tatsächlich bunter geworden?

Oder hat sich das "Schwarz-Weiß" letztendlich nur mehr ins Denken und Fühlen verlagert, in den schnöden Ge- und Verbrauch, eben weil sich das Meiste mit nur zwei, drei Klicks wieder beschaffen lässt?

Bei manchen Events beschleicht mich jedenfalls dieses Gefühl. Eben weil sie halt gerade trendy sind, weil man damit schlichtweg einen Markt bedienen kann und natürlich: damit auch möglichst ordentlich dran verdienen will. Und so sind es in meinen Augen letztendlich doch manchmal nur  verschiedene Grautöne, die hier im Namen von Kultur unterwegs sind.

Das PZ hat sich hingegen der hohen Qualität und der bereichernden Vielfalt verschrieben, eisern halten wir an diesem Anspruch fest.

Denn schließlich lautet unser Motto schon seit  34 Jahren "Wir machen die Provinz bunt und lebendig"". Wir haben uns damit bewusst für das hochwertige "In Farbe und mit echter Lebendigkeit" entschieden und wollen auch künftig dabei bleiben.

So stellen wir uns bei unserer Programmplanung immer und immer wieder als erstes die Frage, ob da  nun auch wirklich was Hochwertiges dahinter steckt, was uns von  den verschiedenen Künstlern und Referenten angeboten wird. Und deshalb ist häufig  auch noch viel Recherchieren nötig, bevor wir dann mit den Künstlern tatsächlich den Vertrag unterschreiben. Manche meiner TeamkollegInnen sitzen deshalb in ihrer knappen Freizeit noch an ihren Computern und klicken sich mühseligst erstmal durch viele Homepages und Videos durch.

Na, und wenn dann noch ein regionaler Bezug mit dazu kommt: umso besser!

Deshalb haben wir uns im Juli auch an das erste Open Air Kino auf dem Horber Marktplatz gewagt - in Kooperation mit den verlässlichen Subiacco-Leuten aus Alpirsbach. Wirklich erfrischend war das gewesen, wenngleich auch im doppelten Wortsinn. Wie gut, dass unsere vielen (!) Besucher hier sehr gut mitgedacht  und sich ausreichend in warme Jacken und kuschelige Decken eingemummelt hatten ...

Doch wollen wir ebenso  auch über den Tellerrand raus schauen, denn schließlich ist ja alles mit allem subtil verflochten und verwoben. Auch wenn das auf den ersten Blick nicht so leicht erkennbar sein mag.

Und so werden die diesjährigen Horber Friedenstage im November den Titel "Nach uns die Sintflut?" tragen. Wir wollen also in diesem Jahr das Thema Umwelt intensiv in den Fokus rücken.

Dabei ist uns hier das Fragezeichen ganz besonders wichtig. Denn bei genauerem Hinschauen gibt es doch überraschend viele Aktivitäten, die guten Zukunftsmut vermitteln. Solche Ideen und Projekte vorzustellen - und sie damit auch zu stärken! -, das ist uns ein großes Anliegen und finden dadurch gerne den Weg in unser Programm.

Und wenn Sie dann auch noch zu unseren Veranstaltungen mit dazu kommen, dann kommt glatt noch viel mehr Farbe ins Horber Kulturleben! Stöbern Sie deshalb jetzt bitte dieses Programm ausgiebig durch und besuchen Sie dann auch möglichst oft unsere Veranstaltungen.

Sie können natürlich auch einfach  in unserer bio-zertifizierten Gaststätte bei super leckerem und möglichst regional erzeugtem Essen und Getränken gemütliche und entspannte Stunden verbringen. Denn damit machen Sie Ihren Alltag ja auch wunderbar "bunt und lebendig".

Ich freue mich jedenfalls schon sehr auf Sie, seien Sie uns im Horber Kloster herzlich willkommen!

Ihre
Lizzy A. M. Schmid

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