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Rückblick auf die Horber Friedenstage 2017

Dann gibt es nur eins: Sagt NEIN! oder schüttelt wenigstens ganz deutlich den Kopf!

Ein persönlicher Rückblick auf die Friedenstage

Die 19. Horber Friedenstage fanden unter dem Motto „Für Frieden und Freiheit. Keine Chance dem Populismus“ statt. Im Mittelpunkt stand dabei die Ausstellung „Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen. Baden-Württemberg für Toleranz und Menschlichkeit“ des Fritz-Erler-Forums der Friedrich-Ebert-Stiftung.
Die inhaltlichen Veranstaltungen machten deutlich, dass Rechtsextremismus keine politische Haltung ist, sondern ein Verbrechen an der Menschlichkeit.

Der Direktor des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft, Matthias Quent aus Jena, verwies in seinem Referat einfach und doch so klar auf den Artikel 3 des Grundgesetzes.
(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.
(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Und dies gilt übrigens auch für Flüchtlinge, die Zuflucht bei uns suchen.
Auch für das „fahrende Volk“, welches auf dem Horber Festplatz campierte.
Auch für Schwule und Lesben, die sich nicht nur beim Minirockfestival küssen und lieben.

Beim sehr lebendige Vortrag von Ellen Esen, die sich seit über 25 Jahren im Netzwerk gegen Rechts in Karlsruhe engagiert, fand ich die Aufforderung so einfach und doch so wichtig, wenigstens ganz deutlich den Kopf zu schütteln, wenn der Gegenüber im Bus, in der Kneipe eine „harmlose“ rechtsextreme, ausländerfeindliche Bemerkung abgibt.

Jawohl, es gilt wieder deutlich Position zu beziehen. Durch Widerworte, durch Leserbriefe und solche inhaltlichen Veranstaltungen gegen Rechtsextremismus.
Johannes Hillje aus Berlin forderte bei der Vorstellung seines neuen Buches „Propaganda 4.0. Wie rechte Populisten Politik machen“: Überlassen wir dieser weit verbreiteten rechtspopulistischen Propaganda nicht länger das Feld der Medien.
Also sorgen wir dafür, dass die bürgerliche Presse über unsere Aktivitäten gegen Rechtsextremismus noch mehr berichten müssen und auch in den sozialen Netzwerken dies deutlicher wird.

Es war deshalb sehr schade, dass beide Horber Zeitungen nur über die Eröffnung der 19. Friedenstage und über keine der inhaltlichen Veranstaltungen redaktionell berichtet haben.

Am 20. November 2017 jährte sich der Todestag des deutschen Schriftstellers Wolfgang Borchert zum 70. Mal (* 20. Mai 1921 in Hamburg; † 20. November 1947 in Basel; „Draußen vor der Tür.“). Ich möchte deshalb meinen Rückblick auf die diesjährigen Friedenstage ihm und seiner pazifistischen Mahnung „Dann gibt es nur eins! Sagt NEIN!“ widmen.

Helmut Loschko
Horber Initiative für den Frieden

Ankündigung von 2017:

Die HORBER FRIEDENSTAGE finden vom 4. November bis 25. November 2017 bereits zum 19. Mal statt. Das Projekt Zukunft, die Horber Initiative für den Frieden und (hoffentlich) noch viele andere Gruppen, Parteien und Einrichtungen möchten unter dem Motto

„Für Frieden und Freiheit.
Keine Chance dem Populismus“

ein deutliches Zeichen für mehr Toleranz und Menschlichkeit auch in der Region Horb setzen.

Die 19. HORBER FRIEDENSTAGE werden am Samstag, 4. November 2017 um 19 Uhr im Kloster- Forum mit der Ausstellung DEMOKRATIE STÄRKEN – RECHTSEXTREMISMUS BEKÄMPFEN. BADEN WÜRTTEMBERG FÜR TOLERANZ UND MENSCHLICHKEIT der Friedrich-Ebert-Stiftung eröffnet.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht ein Tisch. Es ist ein schlichter Tisch von einem großen Möbelhersteller. Er könnte überall stehen. Vielleicht war es ein solcher Tisch, an dem die Familien Arslan und Yilmaz am Abend des 23. November 1993 in Mölln zusammen saßen, bevor Rechtsextreme mit einem Brandanschlag ihr Haus abbrannten.

Die Ausstellung zeigt die Gefahren auf, die vom Rechtsextremismus als Bedrohung für Demokratie und Menschenwürde ausgehen. Rechtsextremismus ist ein Problem der ganzen Gesellschaft – auch in Baden-Württemberg.

Die Ausstellung ist geöffnet während der Öffnungszeiten der Kulturgaststätte Kloster und während der Bürozeiten des Projekts Zukunft.

Für Schulklassen sind Extra-Termine nach Vereinbarung möglich.

Das endgültige Programm der Friedenstage wird in einem gesonderten Veranstaltungsblatt und in der Tagespresse rechzeitig bekannt gegeben.

Das Projekt Zukunft und die Horber Initiative für den Frieden hoffen noch auf andere Gruppen, Parteien und Einrichtungen, die zu den Friedenstagen aufrufen.

klosterforum

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