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Bilanz eines Gedenkjahres

Horber Friedenstage

Ein kurzer Rückblick auf die Friedenstage

Die 16. Horber Friedenstage im Kulturhaus Kloster widmeten sich im November dem Thema „100 Jahre Friedensbewegung – Gegen Krieg und Militarisierung!“. Bewusst wurde das Jubiläum 100 Jahre Erster Weltkrieg mit einem anderen Blickwinkel angegangen: Aus der Sicht des Widerstands gegen diesen Krieg. Kurze Zitate und Aussagen zum Nachdenken.

„Aktuell sind 50 Millionen Menschen über den ganzen Erdball verstreut, aufgrund von Kriegswirren, auf der Flucht. Das entspricht mehr als 2000 Mal der Einwohnerschaft von Horb“. (Lizzy Schmid, Projekt Zukunft)

„Die Schwaben können wirklich alles. Sogar ausblenden, dass mit den Waffen, die bei uns in unserer unmittelbaren Nähe produziert werden, auf der ganzen Welt Menschen ermordet werden.“ (Lizzy Schmid, Projekt Zukunft)

„Wir wollen aufzeigen, dass es von Anfang an auch Menschen gab, die sich all dem verweigert haben. Man sieht, dass Krieg kein Problem löst, sondern selbst das Problem ist.“ (Jochen Schmidt, Antikriegsmuseum Berlin zur Fotoausstellung „Besiegte Menschheit – Deutschland im Ersten Weltkrieg)

„Was werden die nächsten Wochen bringen? Schönes jedenfalls nicht. Wir wollen aber hoffen, dass wir, wenn der ganze Schwindel ein Ende, noch ein bisschen leben“. (Helmut Loschko liest aus einer Fotopostkarte des unbekannten Soldaten Alfred, Ostkamp bei Brüssel, 3. Januar 1916)

Da war auch Anton Erath aus Horb, der mit 19 Jahren unter Hurra-Rufen an die Front zog und nie wiederkehrte. „Die Soldaten sind nicht gefallen – sie sind wie Ratten auf dem Misthaufen verreckt“. (Jochen Schmid, Antikriegsmuseum)
„Rüstungsunternehmen wie Krupp waren bereits seit 1904 mit dem Reichsmarineamt in Verhandlungen über Lieferungen im Falle der Mobilisierung. Ende 1912 bewilligte der Reichstag großzügigere finanzielle Mittel für das Heer. Diese Ausgaben stiegen um insgesamt 360 Prozent und der Rüstungswettlauf verschärfte sich drastisch“. (Dr. Stefanie van de Kerkhof, Universität Siegen)

Aufschlussreich bei der Aufarbeitung bis hin in die aktuelle Zeit dann eine Rede vom früheren Bundespräsidenten Horst Köhler zum Thema Außenhandelsorientierung und Außenhandelsabhängigkeit mit seiner Schlussfolgerung, „dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren“. (Karl-Heinz Peil, Friedensjournal)

„Lohnt dieser Kampf, der so ungleich zu sein scheint? Friede, wann gab es das auf dieser Welt? Seit Kain und Abel schlagen sich die Leute die Köpfe ein, führen Kriege wegen Gott, Rohstoff und Selbstsucht“. (Peter Morlok, Schwarzwälder Bote)
„Kernelement der Friedensbewegungen ist es heute, neues gesellschaftliches Nachdenken zu erzeugen, um Konflikte und Kriege in Zukunft verhindern zu können“. (Bürgermeister Jan Zeitler, Horb)

Helmut Loschko
Horber Initiative für den Frieden

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