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Liebe Kloster-Freundinnen und – Freunde,

bitte sprechen Sie jetzt einfach einmal halblaut vor sich hin: "Wo chiemt emer ou härä, we jedä würd säge; wo chiemtemer o häre, u kene gieng ga luege wohäre das me chiem; weme gieng." *

Oh, Sie haben’s gleich auf Anhieb hinbekommen? Meinen absoluten Respekt! Aber dann kommen Sie bestimmt aus der Schweiz. So wie meine Vorfahren auch; vielleicht habe ich auch deshalb immer noch so eine Freude, wenn ich den herrlich melodischen Schweizer Singsang irgendwo höre.

Es einfach mal versuchen! – so ließe sich das kurz zusammen fassen (am Ende dieses Vorworts finden Sie zur Überprüfung Ihrer eigenen Übersetzungsthese noch die wortwörtliche).

Wir haben uns jedenfalls auf Neuland gewagt, haben im Januar über die Horber Volksbank das Crowdfunding-Projekt „ Viele schaffen mehr“ gestartet. Sie wissen ja, das ist das mit den Schwärmen, die zusammen wesentlich mehr schaffen können, wie es ein Einzelner üblicherweise hin bekommt.

Und Sie sind mit uns mit gegangen, haben mit uns mit nachgeschaut, wohin wir kämen, wenn wir nur gemeinsam los gingen! Das war einfach klasse, vielen Dank dafür!

Wobei wir es ganz offen eingestehen: Uns trieb letztendlich die pure Not dazu. Denn jetzt sind wir schon über zwanzig Jahre in diesem wunderschönen Horber Kloster (wir können es manchmal selbst kaum glauben!) und da gibt es inzwischen einfach Vieles, was dringend zu renovieren oder auszutauschen ist. Überlegen Sie nur mal für sich selbst: Wann haben Sie das letzte Mal Ihre Wohnung renoviert? Da gingen doch bestimmt auch nicht erst 20 Jahre vorüber, oder?

Satte 18 250 € müssten wir nämlich für drei neue feuerschutzimprägnierte Theatervorhänge und 150 Stühle berappen. Und so waren wir auch immer ganz froh drum, dass das während der Veranstaltungen meist herunter gedimmte Licht noch einigermaßen gnädig mit unseren fleckig-beschädigten Theatervorhängen und den kaputten Stühlen umging.

Also machten wir Kassensturz – und erschraken: Uff, über achtzehntausend Euro, oh weh, das kriegen wir als Verein doch nie und nimmer zusammen gekratzt!
Aber schließlich möchten wir halt doch, dass Sie, unsere treuen Gäste, sich bei uns wohl und auch sicher fühlen können. Was also nun tun?

Einfach mal mutig unbekanntes Terrain ausprobieren, Neuland wagen. Auch wenn wir PZler alle nicht zu den „Digital Natives“ gehören, noch zu einer Zeit geboren wurden, in der es noch kein Internet gab.

Jetzt, während ich dieses Vorwort schreibe, da läuft unser Crowdfunding-Projekt noch. Ich weiß also noch nicht, wie es ausgehen wird, ob der Versuch gelingt.
Doch wenn Sie jetzt, vielleicht gerade beim Durchstöbern unseres neues Programmhefts, auf neuen, bequemen Stühlen sitzen und wenn auch unsere Theatervorhänge wieder die volle Ausleuchtung aushalten und dabei trotzdemgut aussehen, dann wissen Sie, dass sich unser Wagnis gelohnt hat. Hoffentlich!

Sie wollen nochmals Schwyzerdütsch üben? Aber klar doch, gerne:  "Hütt än Rappe, morn än Rappe, gits ä schuöni Zippelchapä“ *

Ich wünsche Ihnen nun einen wunderbar gemütlichen und erfrischenden Aufenthalt bei uns im Kloster mit unserem neuen Programm und freue mich schon auf ein entspanntes Schwätzle mit Ihnen

Ihre Lizzy A. M. Schmid
Im Namen des Projekt Zukunft -Teams

*Wohin würde das auch führen, wenn jeder sagen würde: Wo kämen wir auch hin? Und keiner ginge zum Nachschauen, wohin man käme, wenn man ginge.

*Heute ein Rappen, morgen ein Rappen, gibt eine schöne Zipfelkappe (Was bedeutet: Geduldig zusammensparen, irgendwann hat man doch ausreichend Geld für die Anschaffung beiseite gelegt)